EU AI Act Artikel 4: Die KI-Kompetenz-Pflicht, die fast jedes Unternehmen betrifft
Seit dem 2. Februar 2025 verlangt Artikel 4 EU AI Act von jedem Unternehmen, das KI einsetzt, ausreichende KI-Kompetenz der Mitarbeitenden. Wer ChatGPT & Co. nutzt, ist betroffen – und kaum jemand weiß es. Was Sie jetzt tun müssen.
Christian Lechner
Während sich die halbe Wirtschaft auf die Kennzeichnungspflicht nach Artikel 50 (ab 2. August 2026) vorbereitet, übersieht fast jeder eine Pflicht, die bereits seit dem 2. Februar 2025 in Kraft ist – und die weit mehr Unternehmen betrifft: die KI-Kompetenz-Pflicht nach Artikel 4 EU AI Act.
Die Kernaussage vorweg: Wenn Ihr Unternehmen KI einsetzt – und sei es nur ChatGPT im Marketing – müssen Sie sicherstellen, dass Ihre Mitarbeitenden über ausreichende KI-Kompetenz verfügen. Das ist keine Empfehlung, sondern geltendes Recht.
Was ist Artikel 4 EU AI Act?
Artikel 4 verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, „ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz" ihres Personals und anderer Personen sicherzustellen, die in ihrem Auftrag mit KI-Systemen arbeiten.
Übersetzt: Jeder, der KI in seinem Unternehmen einsetzt, muss dafür sorgen, dass die beteiligten Menschen verstehen, was sie tun – welche Chancen, Risiken und Grenzen die eingesetzte KI hat.
Wer ist betroffen? Fast jeder.
Der entscheidende Begriff ist „Betreiber" (Deployer): jede natürliche oder juristische Person, die ein KI-System in beruflichem Kontext einsetzt. Sie müssen kein KI-Anbieter sein – die reine Nutzung genügt.
Konkret betroffen sind zum Beispiel:
- Marketing-Teams, die ChatGPT, Jasper oder Copilot für Texte nutzen
- Kundenservice mit KI-Chatbots oder KI-gestützten Ticketsystemen
- HR-Abteilungen, die KI zum Screening von Bewerbungen einsetzen
- Entwicklung, die GitHub Copilot oder ähnliche Assistenten verwendet
- Design & E-Commerce, die Midjourney oder DALL·E für Bilder nutzen
Mit anderen Worten: Es gibt kaum ein modernes Unternehmen, das nicht betroffen ist.
Was bedeutet „ausreichende KI-Kompetenz"?
Der Gesetzgeber gibt bewusst keine starre Checkliste vor – die nötige Kompetenz hängt von Rolle, Vorwissen und Einsatzkontext ab. Ein Grundverständnis sollte aber Folgendes umfassen:
- Wie generative KI funktioniert – und wo ihre Grenzen liegen
- Typische Fehlerquellen wie Halluzinationen und Verzerrungen (Bias)
- Datenschutz und Vertraulichkeit beim Umgang mit KI-Tools
- Wann menschliche Aufsicht und Prüfung zwingend nötig sind
- Welche Kennzeichnungs- und Transparenzpflichten (Art. 50) gelten
Seit wann gilt das – und wann wird durchgesetzt?
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 2. Februar 2025 | Artikel 4 (KI-Kompetenz) in Kraft |
| 2. August 2026 | Nationale Aufsichtsbehörden nehmen die Durchsetzung auf |
Die Pflicht gilt also bereits heute – die Behörden, die sie durchsetzen, werden ab August 2026 voll handlungsfähig.
Drohen Bußgelder?
Ehrlich gesagt: Artikel 4 hat keinen eigenen Bußgeldsatz in Artikel 99. Wer daraus schließt, die Pflicht sei folgenlos, irrt jedoch. Ab August 2026 können nationale Behörden die Einhaltung verlangen, und fehlende KI-Kompetenz wird zunehmend relevant bei:
- Audits und behördlichen Prüfungen
- Haftungsfragen, wenn ein KI-Fehler zu einem Schaden führt
- Due Diligence durch Investoren, Kunden und Partner
Der Nachweis von KI-Kompetenz wird damit schnell zum Standard – nicht wegen einer einzelnen Strafe, sondern weil er in allen relevanten Prüfsituationen erwartet wird.
Was Sie jetzt tun sollten
1. Bestandsaufnahme Erfassen Sie, wo in Ihrem Unternehmen KI-Systeme eingesetzt werden – oft mehr Stellen, als man zunächst denkt.
2. Rollen identifizieren Wer arbeitet mit welchem KI-System? Daraus ergibt sich der jeweils nötige Kompetenzgrad.
3. Schulen Vermitteln Sie den Mitarbeitenden die oben genannten Grundlagen – angepasst an ihre Rolle.
4. Dokumentieren Der wichtigste Schritt: Halten Sie nachweisbar fest, dass und wie geschult wurde.
Der Knackpunkt: Nachweisbarkeit
Eine Schulung, die Sie nicht belegen können, existiert im Zweifel nicht. Sie brauchen einen dokumentierten Nachweis – wer wann welche Inhalte absolviert hat. Genau hier scheitern improvisierte Lösungen: Eine E-Mail „bitte einlesen" reicht nicht.
Wie AIActify die Art.-4-Pflicht abdeckt
Die KI-Schulung von AIActify ist genau dafür gebaut:
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- Mehrsprachig und in ~30 Minuten absolviert
- Quiz + fälschungssicheres Zertifikat als belastbarer Nachweis
- Kein Konto nötig für Mitarbeitende – einfach Link teilen
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So erfüllen Sie Artikel 4 (Kompetenz) und Artikel 50 (Kennzeichnung) mit einer einzigen Lösung.
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Weiterführend: EU AI Act Leitfaden für Website-Betreiber · Compliance-Checkliste in 7 Schritten
Quelle: Verordnung (EU) 2024/1689 (EU AI Act), Artikel 4.



